Der finanzielle Spielraum
Wir alle wünschen uns, das unsere Kinder gefestigte und selbstbewusste Erwachsene werden. Darauf ist unser ganzes Erziehungshandeln und jede Wertevermittlung ausgerichtet.Wenn das Kind aber um jede Süssigkeit, jedes kleine Spielzeug oder jeden Comic betteln muss, entwickelt sich eine Bittsteller-Persönlichkeit. Wenn man etwas haben möchte, muss man nur die richtigen Leute ansprechen, und darauf hoffen, das diese einem wohl gesonnen sind, und einem den entsprechenden Wunsch erfüllen.
Wird man zurückgewiesen kann man es nicht ändern, und muss mit seiner Enttäuschung leben.
Diese zugegebener Maßen etwas überspitzte Darstellung hat im Kern dennoch etwas ziemlich treffendes: Das Kind lernt durch die Taschengeldzahlung sich einen eigenen finanziellen Freiraum zu schaffen.
Aus diesem finanziellen Freiraum ergibt sich ein gewisser Teil an Selbstsicherheit und auch Selbstverständlichkeit, sich selbt eigene, kleine Wünsche zu erfüllen.
Natürlich kann das nicht Basis sein für alle anderen Werte die man einem Kind vermitteln will, dennoch basiert unsere Gesellschaft im Alltag oft auf rein monetären Grunsätzen, wenn man es auf den Konsum bezieht.
Und Konsum ist etwa selbstverständliches, und selbst wenn es bei Kindern noch vorrangig um die Erfüllung von Wünschen nach Spielzeug, Süssigkeiten oder sonstige kindliche Begehrlichkeiten geht, ist auch das Konsum.
Nun kann man die Erfüllung solcher Wünsche (kleiner oder großer) für oberflächlich halten, und andere Dinge für wesentlich wichtiger halten, aber diese Erfüllung ist eben auch Teil unseres Lebens, und muss damit in der Entwicklung unserer Kinder beachtet werden.